Was ist ein Businessplan?

Businessplan

Der Businessplan ist eine detaillierte Darstellung der geplanten Unternehmung in der Zukunft. Der Businessplan ist eine Grundlage für den zukünftigen Erfolg. Es ist wie ein Mosaik aus vielen Steinen, welches sich zu einem Bild, zum Bild ihrer Firma zusammensetzt.

Zweck des Businessplans

Die Auswahl der Kapitel eines Businessplans kann aufgrund des Zwecks unterschiedlich sein. Für die folgenden Zwecke empfehlen wir einen Businessplan: Neugründung, Expansion, Eigentümerwechsel, Restrukturierung / Turnaround und Führungswechsel / Nachfolge.
 

Inhalt des Businessplans

  • Zusammenfassung (Geschäftsidee, Vision, Strategie, Management, Produkte, Markt, Finanzplan, Chancen und Gefahren, allenfalls Beteiligungsangebot)
  • Unternehmen (Rechtsform und Kapitalstruktur, Eigentümer, strategische und operative Partner, Controlling, Berater)
  • Mission, Vision und Strategie (Wo genau möchten Sie mit Ihrer Unternehmung in 5 bis 10 Jahren stehen?)
  • Produkte und Dienstleistungen (Detaillierte Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen sowie Kundennutzen, Stand im Lebenszyklus, Weiterentwicklungen und Innovation, Patent- und Markenschutz)
  • Markt und Kunden (Absatzmärkte, Potenzial, Anteil und Wachstum, Kundenstruktur, geplante Verkaufszahlen, Mitbewerber)
  • Marketing (Marketeintritt, Marketinginstrumente, Verkaufskanäle, Kaufargumente), Praxishinweis: Dies wird oft unterschätzt!
  • Beschaffung und Produktion (Standort, Produktionsanlagen, Kapazitäten, Lager, Lieferanten, Kalkulation)
  • Management und Organisation (Organigramm, Verantwortlichkeiten, Ausbildung und Managementerfahrung der Schlüsselpersonen, Personalplanung und -förderung)
  • Chancen und Risiken (Risiko- und Versicherungspolitik)
  • Finanzieller Teil (Planbilanz und Planerfolgsrechnung, Liquiditäts- und Investitionsplan mit Szenarien, abgestimmt auf sämtliche Aufwand- und Erfolgspositionen), Praxishinweis: Die zeitliche Phase bis erste Erträge auf dem Konto sind, wird massiv unterschätzt. Oftmals dauert dies 2 bis 3mal so lange wie geplant.
  • Umsetzungsplan (Zeitplan, Termine, Etappenziele, Ressourcen)
  • Lebensläufe des Managements (im Anhang)

 

Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren

Die Zusammenhänge sind im Prinzip einfach und in den Abhängigkeiten doch komplex.

MENGE x PREIS = Umsatz
UMSATZ – KOSTEN = GEWINN (oder Verlust)

Der Markt hat nun einen Einfluss auf diese Formel. Die Menge ist abhängig vom Marktpotential, dies bedeutet wie viele Kunden würden für meine Leistung Geld ausgeben. Die Konkurrenzsituation hat Einfluss auf den Preis und die Menge. Je stärker die Konkurrenz ist, desto besser muss ihr Produkt oder tiefer Ihr Preis sein.

 

Businessplan im Zusammenhang

 

Finanzplan: Zeit und Geld

Oft entscheiden sich Jungunternehmer für die Einzelunternehmung, da Kapitalgesellschaften (bsp. AG oder GmbH) ein entsprechendes Kapital voraussetzt. Ist dies wirklich die richtige Überlegung? - Starten Sie heute ein Geschäft, so haben Sie sofort Kosten (Lohn, Miete, versicherungen, Anschaffungen, ...,  Marketing). Der Umsatz wird verzögert erzielt. Erst muss akquiriert und der Auftrag umgesetzt werden, danach kann die Rechnung verschickt werden und in der Regel hat man eine Zahlungsfrist von 30 Tagen (im durchschnitt wird mit rund 45 Tagen bezahlt). Nun ist wichtig zu wissen, wie lange ich wieviel Geld (siehe Abbildung: rote Fläche 1 und zeitdauer 2) benötige um starten zu können. Aufgrund dessen erfahren Sie, welche Kapital benötigt wird und dies kann mit der Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert werden.

Praxistipps für den Businessplan

  • Beachten Sie in der Finanzplanung, dass bei Startup während Abwesenheiten wie beispielsweise Ferien in der Regel keine Erträge eingehen.
  • Prüfen Sie bei der Menge nicht nur das Marktpotential, sondern überlegen Sie sich auch, wie viel Sie überhaupt zu leisten vermögen. Beachten Sie dabei, dass Sie auch unproduktive Stunden (Administration, Marketing, Akquise, …) haben.
  • Die zeitliche Komponente ist beim Finanzplan ebenfalls wichtig; die Kosten haben Sie am ersten Tag und der Umsatz wird zeitlich verzögert erzielt. Die Praxis zeigt, dass der zeitliche Unterschied zwischen Kosten und Umsatz wesentlich länger sein wird als geplant. Überlegen Sie sich hierzu verschiedene Szenarien.
  • Diskutieren Sie den Businessplan mit einer erfahrenen Person. Gerne steht Ihnen die innoBE im Kanton Bern zur Verfügung. In anderen Kantonen bieten Ihnen die GründerZentren in Ihrer Region in der Regel einen kompetenten Ansprechpartner.

 

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Autor: Markus Binggeli

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Erstellt: 19.11.2010
Geändert: 26.08.2013